und schon wieder ist ne Woche rum. Das geht viel zu schnell… Hier die Nachrichten:
meine Füße sind immer noch nicht vollständig wieder hergestellt aber ich erwarte vollständige Einsatzbereitschaft in wenigen Tagen. (Ich weis… TMI)
Ansonsten war ich am Donnerstag in Clayton auf ner Party und hab mal die Gegebenheiten an Monashs anderem Campus erlebt. Studentenwohnheime aus der 70ern die weitaus teurer als meine Bleibe hier sind, ca. 1h public transport um in die City zu kommen und weit und breit nur eine Kneipe zu der alle immer gehn. Nicht grade charming… Dafür lernt man viele nette Menschen kennen (aber auch en ganz guter Anteil peri-pubertärer Amerikaner). Würd euch gerne paar Fotos zeigen, hab aber meine Kamera liegen lassen. Werden dann nachgereicht… Ich sag nur soviel: Diese eine Kneipe ist von der Athmosphäre her bissl vergleichbar mit Hahnstätter Markt oder jeder anderen Dorfdisko….
Hab auch jetzt meine Beiträge zum Foto-Wettbewerb eingereicht. Ergebnisse gibts schon am Donnerstag.
Ansonsten gibts nur noch die üblichen Beschwerden übers Wetter: die vergangenen 24h hat es mehr oder weniger durchgeregnet bei kuscheligen 12°… Mehr sag ich dazu nicht
Gestern habe ich dem ultimativen Aussie Nationalsport beigewohnt: Footie – oder auch Australian Rules Football. Aber bei der Definition “Nationalsport” geht die Verwirrung schon los: das gilt natürlich mal wieder nicht für ganz Australien. Zwar spielt man Footie auch Sydney, aber dort ist man doch auch sehr dem Rugby zugewandt. Es verwundert also nicht das mehr als die Hälfte aller Teams in der Liga aus Melbournes Stadtteilen kommen.
Beim Footie spielt man mit dem Footie (ja der Ball heisst auch wie der Sport – wird übrigens auch eher Fuddiie ausgesprochen) auf zwei Goals (jeweils zwei bestimmt 10-15m hohe Stangen) auf nem Cricket-Feld. Was anderes war wohl grade nicht da. Dabei gibts neben den zwei großen Stangen auf jeder Seite noch zwei etwa halb so hohe. Trifft man mit dem Footie zwischen diese gibts einen Punkt, trifft man zwischen die beiden mittleren gibts sogar 6. Der Footie darf nicht geworfen werden, sondern nur gekickt oder ge-handpassed. Letzteres ist mehr oder weniger ein kicken mit der Hand.
Und weils sich bis hierhin nach einer Strukturierten Sportart anhört, die folgenden verwirrenden Beobachtungen meinerseits: Die Spieldauer ist in Viertel unterteilt; das Erste dauerte gestern 28min (!?), das Zweite 30min, das Dritte 32 (!!!!) und das letzte dann 31min. Während dieser Zeit rennen 36 (!) kräftige Kerls nem eierförmigen Ball hinterher, der deutlich Größer ist als ein American Football Ball. Das Feld ist allerdings auch bestimmt 2-3 mal so groß wie ein Soccer-(ja guter alter europäischer Fußball) Feld.
Macht euch doch mit der folgenden kurzen Sequenz mal ein eigenes Bild (VORSICHT! illegal aufgezeichnet… )
Evtl. ist dem einen oder anderen ja ein Mensch in gelbem Trikot zwischen den in weiss (Australian Dream-Team), schwarz (Victoria’s “Nationalmannschaft”) und rot (Umpires – Schiris, 10 an der Zahl) gekleideten Spielern aufgefallen. Michel und ich haben das ganze Spiel über beobachtet wie 2 dieser gelben regelmäßig sinnlos über den Platz gelaufen sind bis eine nicht zu erkennende Mission erfüllt hatten um dann das Feld wieder zu verlassen. Manchmal hatten sie nen Spieler im Schlepptau zum Auswechseln, manchmal schienen sie aber auch einfach nur deplatziert. Unsere abschließende Analyse war hier: Boten, die das Wort des Trainers an die Spieler verbreiten, da der Trainer unterm Stadiondach sitzt um ne Übersicht über das Chaos zu haben.
Als sei das noch nicht genug: Während des laufenden Spiels kamen auch gerne 2-8 Betrauer aufs Feld um Wasser zu verteilen. Als könnten die Spieler sich das nicht selbst am Rand holen. Selbst die Umpires haben Betreuer! Dann gibts auch noch unheimlich wichtige Menschen die die Bälle betreuen. Ja wirklich, die sitzen während des Spiels jeweils am Rand hinter den Toren und haben jeder eine rollbare Tasche mit Bällen dabei. Die Rollbarkeit der Tasche ist sehr wichtig, da sie sich in den Pausen am Mittelkreis treffen, bringen noch en Höckerchen mit, halten kurz Schätzchen und laufen dann wieder zurück an ihren Platz.
Aber jetzt das lustigste: die Tor-Schiedsrichter, von Fabian auch gerne als Feld-Chemiker bezeichnet (dazu später mehr). Jedes mal wenn ein Goal oder Behind (ihr erinnert euch, das wofürs nur ein Punkt gibt) gekickt wurde rennen beide Goal-Umpires(an beiden Enden des Feldes) in die Mitte der Stangen und der bei dem das Tor erzielt wurde streckt in Lucky-Luke Manier einen oder zwei Ziegefinger aus, um anzuzeigen dass es Punkte gab. Bis hierhin würds ja fast noch cool aussehn, aber jetzt kommts: Dann rennen beide (!!) wie verrückt zurück zu einer der Tor-Stangen, schnappen sich je nach erzielten Punkten eine oder zwei weiße Fahnen (die übrigens in jeder Viertel-Pause ausgetauscht werden…), rennen zurück in die Mitte um dann jeweils wie wild damit in der Luft rumzufuchteln. Dann werden die Fahnen wieder ordentlich verstaut. Michels und meine Analyse: Zu Beginn des Footy-spielens in Australien gabs halt niemand der Punkte gezählt hat, und daher hatte jedes Team nen Goal-Umpire, und die haben dann quasi in bester SYN-ACK Manier abgestimmt dass da grade Punkte vergeben wurden. Sehr lustig anzuschauen…
Nun zu den Feld-Chemikern: das obige Bild zeigt die Halbzeit-Action: die Footie-Kids dürfen im großen Stadion zeigen was sie können. Die Schiedsrichter sind hierbei wohl die Eltern, die in weißen Laborkitteln hinter den Toren stehn. Schutzbrille auf und dann könnten die im Notfall vielleicht auch paar Experimente durchführen…
Die Stimmung im Stadion war leider etwas schwach, was aber vll daran liegt, dass halt nicht die geliebten Stadtteil Teams gespielt haben sondern “nur” die Auswahl… Und dieses “mittelmäßige Spiel” hat auch mal eben 70.000 Leute angezogen. Aber wie man sieht war das Stadion ja lange nicht voll… Die Laola am Ende war übrigens mehr ein Erzeugnis der Langeweile glaub ich Vielleicht demnächst nochmal ein Liga Spiel ansehn.
Heute morgen habe ich mich dann zu einer sehr unchristlichen Uhrzeit (6:20 a.m.) aus dem Bett geschält um mit meinen verblasten Füssen beim Mothers-Day-Classic Run mitzulaufen. Das war eine sehr coole Sache, da ich auch zuvor noch nie bei nem öffentlichen Lauf mit so vielen Menschen mitgemacht hatte. Insgesamt waren dort heute 29.000 Menschen auf den Beinen um Geld für die Brustkrebs Forschung zu sammeln. Allerdings sind wohl die meisten nur gewalkt. Es gab 3 Start-Kategorien: 4km run, 8km run und 4/8km walk. Da alles andere das frühe Aufstehn nicht gelohnt hätte, war ich 8k unterwegs. Hat mir sehr gut gefallen und ich werde mich evtl. auch für die Halbmarathon-Distanz beim Melbourne Marathon Anfang Oktober anmelden und dann bissl in die Richtung trainieren. Mal sehn ob ich einen der anderen faulen Informatiker motivieren kann
An dieser Stelle dann noch alles Liebe zum Muttertag an meine Mama! Hoffe du hast einen schönen Sonntag!
Bis bald
Marian
P.S.: Noch ein Hinweis in eigener Sache… Der Monash Photography Club hat seinen all-semestrigen Foto Wettbewerb ausgerufen. Und ich darf 2 Kandidaten einschicken. Ich hab mittlerweile meine Liste von 58 auf 16 verkleinert. Wenn ihr Lust habt schaut doch mal rein (klick auf das Bild unten), und postet oder schickt mir die Liste eurer 3 Favoriten geordnet nach Gefallen. Das wäre sehr nett! Danke schonmal…
… aber leider nur im Zoo. Bin schon etwas traurig. Zum Einen bin ich seit fast 3 Monaten Down Under und hab noch kein eines wildes Kangaroo gesehn. Dafür musste ich extra in den Zoo. Das wiederum führte dazu dass ich erleben musste wie wilde Tiere auf kleinstem Raum gehalten werden. Ich seh zwar den Sinn eines Zoos, aber andererseits ist es schon sehr traurig Tiger und Schneeleoparden den ganzen Tag auf vielleicht 30m² auf und ab wandern zu sehn. Die einzigen Tiere die glücklich und zufrieden schienen waren die Kangaroos. Aber seht mal selbst