Dezember 29th, 2008 Faky
Servus Leutchens,
ich bin mittlerweile in Mission Beach angekommen. Gestern war ich beim Rafting und den Tag davor im Regenwald-Kaff Kuranda. Kuranda ist ne Ansammlung von Touri-Shops und man erreicht es mit ner Gondelbahn. Zurück geht es mit nem Bimmelbähnchen dass sich späktakulär an ner Schluchtwand entlangschlängelt. Das einzige Problem bei der Sache ist, dass es einfach unverschämt teuer ist. Son bissl Gondelbahn kostet da mal eben 40$ one-way. So aufregend wars nun nicht. Mein Internet ist hier grade so langsam dass ich die Bilder später nachreichen muss…
Gestern gings dann raften. Ich war ja schon ganz aufgeregt, weil ich dachte Regenzeit = viel Wasser und so. Aber von wegen: Wasser auf dem jährlichen Tiefstand und entsprechend seicht wars. Allerdings gibts da zum Glück nen Kraftwerksdamm, der dann immer Wasser ablässt. Aber auch der Stausee war bissl alle, so dass es zwar Spaß gemacht hat, aber der erhoffte Adrenalin-Kick blieb dann aus. Vielleicht versuch ichs in NZ noch mal.
Heute ist dann noch faulenzen in Missio n Beach angesagt bevor es morgen nach Townsville und dann nach Maggie – Magnetic Island – geht.
Guten Rutsch euch allen
Bye
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Dezember 26th, 2008 Faky
G’day mates und frohe Weihnachten nochmals. Bin seit 3 Tagen in Cairns und das Städtchen ist ganz nett muss ich sagen. Endlich gibts auch mal wieder richtige Zivilisation
Hab auch gleich mal 4 Leute von meinem Uluru Trip in der Mall getroffen, sodass ich den ersten Abend schon mal nicht alleine verbringen musste.

Cairns an sich ist ein tropisches Städtchen und das Tor zum Great Barrier Reef. Es hatte eine Art kostenloses Freibad, The Lagoon, an der Esplanade, wo auch mein Hostel liegt. Das Problem ist halt, dass dank Crocs und Quallen nichts mit Meerbaden ist. Also tummeln sich alle Cairnser fröhlich an diesem Wasserloch. Und das natürlich besonders gerne an Weihnachten und bei noch dazu 35°C.

Für mich war Heiligabend, den es bei den Aussies nicht wirklich gibt, sehr nett, da ich mich mit den zwei Norwegerinnen vom Uluru für ein bescheidenes Dinner verabredet hatte. So saßen wir dann mit vielen anderen Travellern fern ab von zu Haus im Cairns Central YHA und aßen lecker Lammsteak mit ein paar Kartoffeln und Gemüse.

Am 1. Weihnachtsfeiertag war Cairns dann tot. Denn hier ist der Australier großer Weihnachtstag und die meisten Geschäfte bleiben geschlossen. Dafür wars im Park umso voller. Ich hatte einen relaxten Tag und lies mir die Sonne auf den Bauch scheinen.
Heute gings dann raus aufs Riff. Ich war skeptisch ob ich Tauchen gehn sollte, da ich nicht so die Wasserratte bin. Aber ich habs dan gemacht und es war fantastisch. Das Riff an sich war in Ordnung, aber nichts besonderes. Da wars im Westen am Ningaloo schöner. ABER das Tauchen an sich, das frei im Wasser schweben und schwimmen ist einfach ein tolles Gefühl. Wer brauch da schon Korallen und Fische
Ich war mit nem Kattamaran unterwegs und auf dem Heimweg wurde sogar mal das Segel gesetzt. Ans Segeln könnt ich mich gewöhnen…

Achja, und ich hab endlich meine Pläne für den Rest der Australien-Besichtigung fixiert:
27.12. Rainforest in Kuranda
28.12. Rafting auf dem Tully River
29.12. – 30.12. Mission Beach und Townsville
31.12. – 2.1. Magnetic Island
03.01 – 06.01. Segeln zu den Whitsundays
07.01. Ein Tag entspannen in Airlie Beach
08.01. – 11.01. 3 Tage self drive Safari auf Fraser Island
12.01. – 13.01. Brissie
13.01. – 16.01. Byron Bay
17.01. – 20.01. Sydney
Und danach auf nach Neu Z-Land.
Achja, das sind Bart und Lars aus Holland, mit denen geh ich gleich was Essen und einen Trinken

Guaden Rutsch Wünsch ich schon mal!
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Dezember 22nd, 2008 Faky
Hallöle,
ich bin mittlerweile in Alice Springs und war auch schon 3 Tage unterwegs. Zunächst gings mal wieder mit dem Zug von Darwin nach Alice Springs. Dieses Mal nur eine Nacht, dafür aber mit unbequemeren Sitzen, auch wenn insgesamt viel mehr Platz war. Übermüdet kam ich also in Alice am Donnerstag morgen an.

Vom Bahnhof abgeholt und eingecheckt, habe ich erstmal geduscht um dann zu erkunden was es denn zu erkunden gibt. Nicht viel… Nach ner Stunde war ich fertig. Alice ist aber dennoch eine recht nette Stadt, auch wenn sie mitten im Nirgendwo liegt. Immerhin wissen sie wo Idar Oberstein liegt.

Nachdem meine Essenvorräte aufgestockt waren, hab ich mich dann einfach ein wenig hingelegt und mich darauf eingestellt das die nächsten 1,5 Tage auch zu machen, da meine Tour erst am samstag los gehen sollte. Am Nachmittag hies es dann aber, dass an diesem WE gar keine Tour geht, da einfach nicht genug Leute da waren. Ich wurde dann auf einen anderen Veranstalter umgebucht, was sich im Nachhinein als Glücksfall erwies. Es ging also Freitag morgen um kurz vor 6 Uhr morgens auf zu Uluru (Ayers Rock) und Co. Frühstück gabs netterweise im Hostel kostenlos.
Es dauerte eine Stunde bis alle eingesammelt waren. Und zu meiner überraschung waren viele “normale” Touristen an Bord und inklusive mir nur zwei andere “Backpacker”. Die Nationenwertung war wie folgt: 1x USA, 4x England, 8x Schlaaand, 1x La France, 2x Norwegen, 2x Singapur, sowie 3x Australien in Form von Guides. Normalerweise haben diese Touren nur ein Guide, aber wir hatten noch Chris und Jane als Trainees an Bord.

Aufgrund der frühen Stunde wurde die Hinfahrt erstmal mit Nickerchen verbracht, bevor wir an einer Kamelfarm einen kurzen Zwischenstop einlegten.

Wir hielten noch später noch kurz um ordentlich Bier zu kaufen und fuhren dann schnurstracks ins Camp zwecks Lunch. Dann ging es weiter zum großen Roten Felsen und dazugehörigem Visitor Center. Allerdings gingen wir jetzt noch nicht auf Tuchfühlung, sondern lernten erst einmal was über die Bedeutung des Inselbergs für die lokalen Aborigines. Ich würde euch die Geschichte gerne erzählen, aber das würde ein wenig den Rahmen sprengen. Das Gleiche gilt für die Morphologie und Genese, die ihr bestimmt bei Wiki nachlesen könnt. Es gibt von gewissen Orten, inklusive dem Visitor’s Center keine Fotos, da es an manchen Stellen aus Respekt vor den Bräuchen der Aborigines nicht erlaubt war. Am Fels selbst gibt es eine Menge heiliger Städte, die nicht fotografiert werden dürfen, da die Fotos sonst irgendwo auftauchen könnten und das betrachten selbiger für die Aborigines selbst zu schweren Strafen innerhalb ihres Glaubens führen könnte. Männer dürfen beispielsweise bestimmte Sektionen des Felses nicht sehen und Frauen andere nicht. Die australische Regierung unterstützt dies und stellt unberechtigtes Fotografieren unter Strafe (dezente 1000$).
Wir schauten uns dann Kata Tjuta (The Olgas) an. Leider war der wundervolle Rundweg aufgrund zu hoher Temperaturen gesperrt. Kata Tjuta ist aus dem selben Schwemmfächer wie Uluru entstanden, liegt aber weiter flussaufwärts und besteht daher aus gröberem Konglomerat. Dazu kommen Spannungsrisse die zu einer Zerschluchtung führten.

Dann rasten wir zum Sonnenuntergang am Uluru. Und das ist ein Erlebnis für sich. Primär allerdings nicht wegen des großen Roten. Sondern wegen des Schauspiels das sich mit unzähligen Bussen und Touri-Gruppen bietet. Da werden Buffets aufgebaut, Kellner schenken Champagner aus und jeder hält mindests eine Kamera in der Hand und fotografiert abwechselnd den Fels oder jemand der vor dem Fels steht. Herrlich. Wir verzogen uns etwas weiter an die Seite, wo es einen besseren ausblick gab, aber man kann da ja natürlich nicht das Büffet hin tragen
. Wir hatten Stadt Lachs, Kaviar und Champagner aus Kristallgläsern dann Cracker, Dip und Sekt aus Plastiktassen. Für meinen Geschmack mehr als ausreichend.

Zurück im Camp gabs dann noch ein leckeres Dinner, bevor wir mitgeteilt bekamen dass wir am nächsten Morgen doch um 3:50 Uhr aufstehen müssen um den sonnenuntergang zu sehen. Ein wenig geschockt gings also um 9 ins Bett. Aber nicht irgendein Bett: wir holten Swags (ne Matratze in nem wetterfesten Segeltuch-Schlafsack) aus nem Schuppen und schliefen draussen unter einem wunderbaren Sternenhimmel. Die andere Option wären kleine Hütten gewesen, aber das ist für Langeweiler. Wie am Uluru üblich war das natrlich auch kein kleiner gemütlicher Campingplatz sondern ein riesen Teil mit mindestens 30 Gruppenplätzen. Das bedeutet in der Hchsaison sind da mal locker flockig 600-800 Leute pro Nacht. Ich finde das einfach nur Wahsinnig.

Am nächsten morgen wurde ich sogar freiweillig wach und fühlte mich sehr ausgruht. Auch wenn ich nicht sonderlich lang geschlafen hatte, war die Umgebung irgendwie hilfreich. Der sonnenaufgang an sich war dann leider etwas fade, da sich einige Wolken in den Weg stellten. Wir machtne uns danach auf den Fels zu umrunden, da der Aufstieg gesperrt war und ich sowieso nicht aufgestiegen wäre. Die Katholiken wären auch sauer wenn jeder Japaner im Petersdom in die heiligen Bereiche gehen würde. Uluru ist unheimlich vielfältig und sieht aus jeder Position anders aus. Das gilt für Form, Farbe und Textur. Da er aus Sandsteinschichten besteht die auch noch vertikal gekippt sind ergeben sich einmalige Formen. Aber seht selbst…

Ich kann nachvollziehen warum dieses Stück Gebirge ein zentrales Element der Aborigines Kultur ist. Er hat was magisches, der große Rote Fels.
Am Nachmittag fuhren wir dann mal wieder 5 Stunden um zum Kings Canyon zu kommen. Da gabs erstmal ne Erfrischung im Pool, dann Abendessen und ein paar Bier, schließlich durften wir am letzten Tag bis 4:30 Uhr ausschlafen! Wir schnappten uns wieder Swags und schliefen unterm Sternenhimmel. Da dieser Campingplatz ganz gut abseits war hatten wir ganz gut mit Moskitos zu kämpfen. Manche vertrugen die Stiche dann auch eher nicht so gut: Silvi aus Trier hatte am nächsten Tag bestimmt 20-30 eitrige Blasen auf der Haut.


Wir fuhren zum Kings Canyon und machten einen 6km Rundweg. Zum Glück hatten wir den dann auch um 10 Uhr hinter unsgebracht, denn die sonne fing an uns zu braten. Es ging dann auch gleich auf den Heimweg.

Die 5h Heimfahrt verbachten wir mit schlafen, unterhalten und nem lustigen Spiel: Wer kann am schnellsten ein Stück Weet-Bix trocken essen. Ich sag euch, es ist kein angenehmes Gefühl. An einer unserer Rastplätze wollten wir nach dem Lunch grade losfahren als wir erfuren dass eine andere Gruppe ne Panne mit ihrem Bus hatte. Also mussten wir aussteigen, 2h warten, während unser Guide auf Rettungsmission ging. Wir waren letztendlich um 20h wieder in Alice.
Man sollte nicht denken dass diese ganzen Sachen alle nah beieinander liegen würden: In 3 Tagen legten wir bestimmt knapp 2000km zurück um von Alice zum Uluru, Kata Tjuta und Kings Canyon zu kommen. Auch Zentralaustralien ist weites Land. Insgesamt war die Tour fantastisch und nicht so schlimm wie ich erwartet hatte. Auch wenn der Altersschnitt wohl eher in den hohen Zwanzigern lag war es eher eine Backpacker-Tour ohne viel Schnickschnack und ner guten Gemeinschaft. Wenn ihr also mal das Red Center Austrliens sehen wollt, Adventure Tours ist der Veranstalter der Wahl.

Die Tourguide haben übrigens einen knallharten Job: 6 Tage die Woche auf Tour sein, einen Tag frei, etwa 5-6h Schlaf pro Nacht, pro Tour 2000km Bus steuern und das ganze 6-7 Monate am Stück. Und die Bezahlung ist nicht überragend. Etwa 200$ pro Tag verdient unser Guide Michelle mit dem Job.
So, morgen geht mein Flug nach Cairns und bis dahin werde ich noch ein wenig die trockene Wärme geniessen, bevor ich wieder ins tropisch feucht Warme muss. Ich w+nsche euch allen ein Frohes Fest. Ich melde mich wieder von der Ostküste!
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